Meine Behinderung hält mich nicht auf!

03.12.2018

Adrian ist 40 Jahre alt und lebt in Düren. Bereits seit acht Jahren arbeitet er in der Dürener AfB-Niederlassung. In unserem Interview erzählt er, warum er sich von seiner Beeinträchtigung von 30% nicht aufhalten lässt.

Adrian arbeitet bereits seit acht Jahren bei AfB (© BAG IF)

Adrian, du bist jetzt seit acht Jahren bei AfB – was sind deine Aufgaben?
Ich war schon in verschiedenen Abteilungen. Aktuell bin ich in der Datenlöschung. Wenn wir gebrauchte Geräte wie Notebooks oder Firmenhandys bekommen, löschen wir alle Daten mit der Software blancco.

Datenlöschung klingt nach viel Verantwortung?
Auf jeden Fall. Wir nehmen das Thema sehr ernst, schließlich vertrauen uns die Unternehmen ja ihre alten Daten an. Da darf kein Fehler passieren!

Begegnest du während deiner Arbeit neuen Herausforderungen?
Manchmal schon, zum Beispiel wenn sich Prozesse ändern. Aber ich habe mir fest vorgenommen, nicht aufzugeben und auch nicht stehen zu bleiben. Ich will lernen und mich weiterentwickeln. Meine psychische Behinderung soll mich dabei nicht aufhalten.

Was gefällt dir besonders gut an deiner Arbeit bei AfB?
Zum einen, dass ich die Chance bekomme, mich immer weiterzuentwickeln. Vor allem aber das Konzept, mit gebrauchten IT-Geräten sozial und ökologisch zu wirken. Das ist einfach gut und durchdacht. Ich passe da genau rein – mir liegt Umweltschutz am Herzen und ich habe selbst eine Behinderung.

Was hast du denn vor AfB gearbeitet?
Ich war in einer Behindertenwerkstatt und habe dort Verpackungstätigkeiten durchgeführt. Mein Sozialarbeiter hat mich dann auf das Programm „WAB“ von AfB aufmerksam gemacht.

Für was steht „WAB“?
Werkstatt, Ausbildung, Beruf. Das ist eine spezielle Ausbildung, die extra auf Menschen mit Behinderung ausgerichtet ist, die von Werkstätten kommen. Ich habe erst ein Praktikum und dann die Ausbildung zum Fachpraktiker für IT-Systeme gemacht.

Bei der AfB arbeiten zu 45% Menschen mit Behinderung – merkst du das bei der täglichen Arbeit?
Ja, natürlich schon. Aber hier ist man mit einer Beeinträchtigung kein Außenseiter. Man spürt viel Toleranz und Verständnis und wird nicht einfach in eine Schublade geschoben.

Was wünschst du dir für die Zukunft?
Dass auch außerhalb meiner Arbeit die Menschen toleranter werden. Gerade mit einer psychischen Behinderung wird man schnell in eine Schublade geschoben. Ich gehe offen damit um, denn man sieht es mir ja nicht an. Aber: Ich bin ein Mensch wie jeder andere und möchte auch so behandelt werden.