Eine Erfolgsgeschichte bei AfB

08.10.2019

Ich heiße Antonio Truglio und bin Mitarbeiter in der Datenlöschung bei AfB. Angefangen habe ich hier mit einem betrieblichen Praktikum, um die Qualifikation als IHK-Fachkraft für Einkauf und Logistik zu bekommen. Bekannte hatten mich darauf hingewiesen, dass es da ein Unternehmen gibt, das gebrauchte Computer aufarbeitet und Menschen mit Behinderung beschäftigt: die AfB gGmbH.

AfB-Mitarbeiter Antonio Trugilo in der Datenlöschung Foto: AfB gemeinnützige GmbH

Bei AfB macht die Arbeit Spaß! Foto: AfB gemeinnützige GmbH

Meine Schwerbehinderung kam 2012. Ich bin schwerhörig. Das war auch ein Problem hier im Großraumbüro der Sales-Abteilung, wo viel telefoniert wird. Aber das Konzept der AfB hat mir so gut gefallen, dass ich unbedingt im Unternehmen bleiben wollte.

AfB kümmert sich um ausgemusterte IT-Hardware von großen Unternehmen. D.h. unsere Fahrer holen die Geräte mit den LKW ab und bringen sie in die nächste AfB-Niederlassung. Dort erfassen wir die Geräte und löschen die gespeicherten Daten mit einem zuverlässigen und zertifizierten Prozess. Anschließend werden alle Geräte getestet und die meisten werden aufgerüstet und in den AfB-Shops oder im AfB-Onlineshop verkauft.  Teile, die zu alt oder zu kaputt sind, werden recycelt.

Ich finde es gut, dass wir damit etwas für die Umwelt tun und Elektroschrott vermeiden. Aber das Besondere an AfB ist, dass das Unternehmen echt sozial ist. Ich habe aufgrund meiner Behinderung nicht in der Abteilung bleiben können, in der ich mein Praktikum gemacht habe. Also wechselte ich in die Abteilung Refurbishing zur Testung und Aufarbeitung von Monitoren und Druckern. Doch hier war die körperliche Belastung zu hoch für mich. So ein Drucker wiegt schnell mal 40 bis 50 Kilo. Man muss sehr kräftig sein, um tagtäglich den Job zu machen.

Ich habe mit meinem Vorgesetzten gesprochen, weil ich schon lange in die Datenlöschung wollte. Das ist ein sehr verantwortungsvoller Job. Hier darf kein Fehler passieren. Es war nicht leicht, zu sagen, dass es schon wieder nicht passt, aber mein Vorgesetzter war echt verständnisvoll. In anderen Betrieben habe ich diese Erfahrung nicht gemacht. Bei AfB geht man auf die Mitarbeiter ein und gibt ihnen Chancen. Man lässt sie auch mal was ausprobieren. Und man sucht, bis man den richtigen Platz für jeden gefunden hat.

Bei AfB Deutschland arbeiten fast 300 Menschen und knapp die Hälfte hat eine Behinderung. Da müssen die Vorgesetzten anders hinschauen. Aber ich möchte auch alle ermutigen, es anzusprechen, wenn etwas nicht passt. Traut euch. Man kann reden. Es ist ja auch im Sinne des Unternehmens, dass es den Mitarbeitern gut geht. Wir haben hier viel Spaß miteinander.

Ich finde es auch gut, dass so viele Unternehmen mit AfB kooperieren. Wir können so wachsen und noch mehr Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung schaffen. Es gibt nicht viele Unternehmen, die mit Schwerbehinderten arbeiten. Ich hoffe, dass sich unser sozialunternehmerischer Grundgedanke in der Gesellschaft etabliert: Mensch und Umwelt sollten immer mehr zählen als ein schneller wirtschaftlicher Gewinn auf Kosten anderer.

Unser Chef hat mal gesagt: „Viele Menschen mit Behinderung leiden mehr an fehlenden Aufgaben oder Perspektiven als unter ihrer eigentlichen Behinderung.“ Da ist was Wahres dran. Also: Geben auch Sie Menschen mit Behinderung eine Perspektive!