AfB social & green IT wurde als leitungswasserfreundliches Unternehmen ausgezeichnet

19.03.2021

Der Standort in Ettlingen der AfB gGmbH wurde von a tip: tap als leitungswasserfreundlich ausgezeichnet. a tip: tap (übersetzt: ein Tipp: Leitungswasser) ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit rund 10 Jahren für Leitungswasser und gegen Plastikmüll einsetzt. Zum heutigen Weltwassertag haben wir mit Frau Wendeberg, Aktionskraft im Wasser-Quartier Karlsruhe von a tip: tap, ein Interview geführt.

Lars Keller, Niederlassungsleiter AfB Ettlingen, freut sich über die Auszeichnung als wasserfreundlicher Firmen-Standort. Foto: AfB gGmbH

Unsere Auszeichnung von a tip:tap als leitungswasserfreundliches Unternehmen. Bild: a tip: tap, Wasserquartier Karlsruhe

Warum machen Sie sich für Leitungswasser stark?

Leitungswasser ist in Deutschland gerade ein sehr wertvolles Produkt und hat eine top Qualität. Wir machen uns dafür stark, damit die Menschen es wieder wertschätzen. Wir wollen begeistern, Zweifel wegräumen und Fragen beantworten. Für Flaschenwasser wird sehr viel Werbung gemacht: im Radio, Fernsehen auf Plakaten etc. Für Leitungswasser gibt es das nicht. Viele Menschen wissen gar nicht, dass man bedenkenlos Leitungswasser trinken kann, deswegen möchten wir mit ihnen ins Gespräch kommen. Unser Motto: Imagine you could save the world by being cheap and lazy (übersetzt: Stell’ dir vor, du könntest die Welt retten und dabei sparen und faul sein.).


Welche Flaschen sind für Leitungswasser sinnvoll?

Das ist individuell entscheidbar. Die Flasche sollte über einen Zeitraum von drei Jahren wiederverwendbar sein. Manche Flaschen sind ökologischer als andere, das ist z.B. bei Glasflaschen der Fall. Sie sind wiederverwendbar und recycelbar, aber zerbrechlich.
Bei Plastikflaschen ist bei der Herstellung der CO2-Ausstoß sogar etwas geringer als bei Metallflaschen. Sie verursachen jedoch bei Nichtbenutzung trotzdem Müll.
Metallflaschen sind sehr langlebig. Eine Flasche aus Edelstahl ist hier die langlebigste und robusteste Variante. Sie ist sehr nachhaltig, wenn man sie lange benutzt. Außerdem ist sie geschmacksneutral, lässt sich gut reinigen und ist recycelbar. Ich selbst benutze eine Edelstahlflasche.
 

Haben Sie Tipps und Tricks zum Umgang mit Wasser?

Man sollte immer eine Flasche mitnehmen, hier zählt das Umdenken. Es gibt mittlerweile immer mehr Auffüllmöglichkeit und sogenannte Refill-Stationen z.B. in Cafés, wobei durch Corona das Auffüllen momentan etwas schwieriger ist.
Morgens oder nach dem Urlaub kann man das Wasser zuhause aus der Leitung  zuerst kurz laufen lassen, damit das Wasser, das sich in der Leitung angesammelt hat, ablaufen kann, danach fließt das frische Trinkwasser. Bei einem guten Durchfluss in den Rohren können sich keine schädlichen Stoffe ablagern.
Wenn man das Leitungswasser in Plastikflaschen abfüllt, sollte man diese nicht in der Sonne stehen lassen. Je dünner das Plastik ist, desto schneller löst es sich auf und geht in das Wasser über.
Ein besonderer Tipp für alle, denen das Leitungswasser (noch) nicht schmeckt: Peppt es etwas mit Obst, Gemüse oder Kräutern auf. Am besten mit regionalen Lebensmitteln.


Warum geht der Trend Richtung Flaschenwasser statt Leitungswasser?

Das ist schon verrückt. Seit 1970 hat sich der Flaschenwasserkonsum in Deutschland mehr als verzehnfacht, obwohl das Leitungswasser eine top Qualität hat. Warum ist das so? Wahrscheinlich ist es die Gewohnheit. Wir werden zusätzlich bewusst und unbewusst mit Werbung für Flaschenwasser konfrontiert. So ist den Menschen gar nicht bewusst, dass man Leitungswasser trinken kann. Die Skepsis ist hoch, etwas anderes zu tun. Hinzu kommt die Unsicherheit bei der Qualität des Wassers. Unser schnelllebiger Stil und die Wegwerfkultur tragen auch zum Konsum von Flaschenwasser bei. Hinter der gekauften Wasserflasche steckt viel mehr dahinter. Die Wege, die zurückgelegt werden müssen, damit wir sie kaufen können und die Ressourcen, die dadurch verschwendet werden. Die meisten Menschen hinterfragen nicht, was diese Gewohnheit für Konsequenzen hat.
 

Was können Sie mir über Ihr Projekt „Wasserwende – Trinkwasser ist Klimaschutz“ erzählen?

Das Projekt „Wasserwende – Trinkwasser ist Klimaschutz“ gibt es seit Mitte 2019. Es ist ein bundesweites Projekt und findet im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative vom BMU statt. Es gibt bei a tip: tap 14 Wasserquartiere verteilt über ganz Deutschland mit einer jeweiligen Aktionskraft, die sich mit engagierten Partnern für diverse Aktionen einsetzt. Hier in Karlsruhe haben wir tolle Partner wie die Stadtwerke und das Amt für Umweltschutz, die uns unterstützen. Es gibt vier Elemente der Wasserwende:

  1. BürgerInnen: Wir sprechen BürgerInnen bei Infoveranstaltungen und Bürgerfesten an und klären Fragen. Mittlerweile haben wir digitale Infostände.
  2. Bildung: In Kitas, Schulen und außerschulischen Lernorten bieten wir Bildungsworkshops an. In letzter Zeit sind es online Workshops.
  3. Beratung: Unternehmen und Organisationen werden von uns zu Trinkwasser beraten und wir unterstützen sie beim Umstieg auf Leitungswasser.
  4. Trink-Orte: Wir unterstützen den Aufbau weiterer Trink-Orte.

Wir wollen mit dem Projekt eine Wende erreichen und so die Umkehr von Flaschenwasser zu Leitungswasser schaffen und viele Menschen dabei mitnehmen.
 

Können Sie mir drei Gründe für Leitungswasser nennen?

  1. Durch das Trinken von Leitungswasser spart man CO2 und Plastik ein. Denn beim Flaschenwasser entstehen beim Transport und der Herstellung viele CO2-Emissionen. In Karlsruhe ist die Besonderheit, dass die Stadtwerke klimaneutral sind, das Wasser in Ettlingen ist also ein klimaneutrales Produkt. Wenn in Deutschland alle Menschen auf Leitungswasser umsteigen würden, dann könnte man drei Millionen CO2 einsparen (vgl. GUTcert Studie).
  2. Man spart viel Geld. Ein Liter Flaschenwasser kostet ca. 70ct. Für einen Euro bekommt man ca. 1,5l Flaschenwasser. Ein Liter Leitungswasser kostet ca. 0,4ct. Für einen Euro bekommt man also ca. 200l Leitungswasser.
  3. Leitungswasser ist bequem, platzsparend und immer verfügbar. Es gibt in Deutschland eine Trinkwasserverordnung, die besagt, dass Trinkwasser klar, farb-, geruch- und geschmacklos und frei von gesundheitsschädlichen Eigenschaften sein muss. Diese Verordnung ist sogar etwas strenger als die Mineralwasserverordnung. Es gibt also keinen Grund zu denken, dass Mineralwasser sicherer als Leitungswasser sei. Wenn man sich mehr informieren möchte, dann haben die Stadtwerke viele Informationen dazu.

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